Wie erkenne ich ein gutes Bett?
von Guido Maiwald 10. Aug, 2010
Einen beträchtlichen Teil unseres Lebens verbringen wir im Schlafzimmer, in unserem Bett. Das macht deutlich, wie wichtig das richtige Bett für unser Wohlbefinden am Tag ist. Wie finde ich die richtige Größe für mein Bett und den richtigen Rahmen? Worauf muss ich beim Kauf der Matratze und des Lattenrostes achten?
Das Gestell
Beim Kauf der richtigen Schlafmöbel ist zunächst die Größe entscheidend. Ein Holzbett oder Metallbett wird meist für Matratzenlängen von 200, 210 und dem King Size-Format von 220 Zentimetern produziert. Menschen mit über 1,90 Meter Größe wählen am besten ein King Size Bett. Wenn Sie allein im Bett schlafen, gönnen Sie sich mindestens eine Liegebreite von 90 Zentimetern, Paare nicht weniger als 1,60 Meter. Die Höhe des Bettes sollte zum bequemen Einstieg zwischen 40 und 60 Zentimetern liegen. Achten Sie darauf, dass das Bett schwer genug ist, um nicht zu rutschen, und dass die Beine gleichmäßig hoch sind, damit nichts kippt. Ein Gestell oder Polsterbett vom Markenhersteller ist nicht unbedingt qualitativ besser als no-name Produkt.
Die Matratze
Wichtiger als ein schönes Gestell ist für jedes Bett die richtige Matratze. Dabei ist zunächst das Material von besonderer Bedeutung. Auch während des Schlafs versucht der Körper eine Temperatur von rund 37 Grad Celsius aufrecht zu erhalten. Schwitzen ist daher unvermeidlich; im Schnitt gibt der Körper 750 Milliliter Flüssigkeit pro Nacht ab – im Jahr demnach über 200 Liter. Gute Matratzen sind offenporig und luftdurchlässig. Verwendet werden Materialien wie Naturlatex oder Matratzenaufbauten mit Luftzirkulation. Aus ergonomischer Sicht sind Latex- und Kaltschaummatratzen zu empfehlen. Federkern-, Taschenfederkern-, viskoelastische Matratzen, Futons und Wasserbetten sind aus ergonomischer Sicht meist nicht zu empfehlen.
Beim Matratzenkauf ist eine geschulte Fachberatung unerlässlich! Sie sollten zunächst wissen, ob Sie eine Rückenschwäche haben und dies vom Orthopäden untersuchen lassen. Ein geschulter Fachverkäufer wird Sie nach ihrem Gewicht, eventuellen Rückenbeschwerden und Schlafgewohnheiten befragen und Ihnen mehrere Modelle zur Auswahl nennen. Generell gilt: Eine zu harte Matratze führt zu Druckstellen, eine zu weiche stützt den Knochenbau nicht genug. Die richtige Matratze unterstützt bestimmte Körperzonen, vor allem Körperhohlräume wie die Taille oder Lendenwirbelsäule, entlastet hingegen prominente Körperpartien wie Schulter und Becken. Gute Matratzen im Standdardmaß 90 x 200 Zentimeter finden Sie im Fachhandel unter 100 Euro, die Spitzenklasse beginnt bei 200 Euro.
Neben der Matratze sorgen im Bett hochwertige Polsterauflagen aus Kamelhaar, Lamm-, Schurwolle und Seide für einen gesunden Schlaf.
Der Lattenrost
Beim Lattenrost gilt, was auch für Gestell und Matratze wichtig ist: Der Preis ist nicht entscheidend! Der Lattenrost muss zur Matratze passen. Die preiswerteste Lösung ist ein Rollrost für cirka 10 Euro. Wer es flexibler und eventuell verstellbar mag, für den gibt es bei der Ausstattung und dem Preis kaum Grenzen. So gibt es Lattenroste mit unterschiedlichen Liegezonen, mit Motoren oder Sensoren zur automatischen Einstellung des Gegendrucks. Aus ergonomischen Gesichtspunkten ist die Matratze der wichtigste Teil des Bettes. Haben Sie an dieser Stelle die richtige Wahl getroffen, so genügt ein Standard-Lattenrost. Sparen Sie eher am Lattenrost als an der Matratze.
Bild: © PantherMedia/gualtiero boffi

