Dampfreiniger im Test: Reinigungshelfer für Teppich und Laminat
von Guido Maiwald 23. Dez, 2010
Unzählige Hersteller bringen Dampfreiniger oder Dampfsauger mit nahezu heilsbringenden Versprechen an den Markt. So soll dieses Haushaltsgerät nicht nur einfach in der Handhabung sein und das Hantieren mit Lappen und Eimer ersparen. Angeblich hilft die starke und gründliche Reinigung mit einem Dampfreiniger Allergikern beim täglichen Kampf gegen ihre Beschwerden. Doch Skepsis ist angebracht, wie Tests zeigen.
Die “Dampfente”
Derzeit sind zwei verschiedene Kategorien der Dampfreiniger am Markt. Die preiswertere und kleinere Version hat die Form einer Sprühflasche. Mit diesen sollen insbesondere stark verschmutzte Stellen oder kleinere Flächen Glanz bekommen. Der Royal M 340, für zirka 35.- Euro im Handel erhältlich, konnte in dieser Gerätekategorie immerhin mit der Note befriedigend überzeugen. Die Reinigung größerer Flächen, zum Beispiel Fußböden, ist mit diesem Gerät nicht möglich. Die Fensterreinigung funktionierte mit dem Dampfreiniger gut, nur die Haltbarkeit der Tücher war mangelhaft. Das hingegen ist ein großer Nachteil, Tücher anderer Hersteller können Sie nicht verwenden. Bedienungsanleitung und Bedienung des Gerätes waren einfach und sicher. Auch die Reinigungsleistung des Severin DR 8201 war gut, Benutzerfreundlichkeit und Betriebssicherheit konnten die Tester nicht überzeugen.
Mehr Hygiene mit mehr Kraft?
Die zweite Gerätekategorie der Dampfreiniger sieht aus wie ein Staubsauger oder Hochdruckreiniger. Die Geräte haben einen Schlitten in dem sich die Dampfeinheit und der Wassertank befinden. An einem Rüssel sitzt der Stiel mit dem Reinigungsaufsatz. In dieser Gerätekategorie wusste der Kärcher SC 1402 für 400.- Euro in manchen Bereichen zu überzeugen. Doch auch hier ergaben sich die Schwierigkeiten, die bei den Handgeräten auftauchten. Während kleinere Flächen in Küche und Bad sauber wurden, blieben auf größeren Flächen Schmutzrückstände, die schließlich mit Lappen und Eimer entfernt werden mussten. Trotz der guten Bedienungsanleitung erwies sich der Kärcher nicht als bedienungsfreundlich. Ebenfalls lediglich zufriedenstellend verlief der Test des Nilfisk-Alto Steamtec 5IH für 350.- Euro.
Als ungeeignet und geradezu gefährlich empfanden Tester die Geräte Hoover VSB 1210 011, Solac LV1450 und der Dampfbesen Tien Vita Art.-Nr. 612. Obgleich alle drei das GS-Siegel tragen, welches unter anderem der TÜV vergibt, wiesen die Geräte starke Sicherheitsmängel auf. Bei diversen Arbeitsscrhitten mit ihnen herrscht akute Verbrühungsgefahr!
Generell konnte keines der getesteten Geräte den selbst gesteckten Ansprüchen genügen. Für Polster, Teppich und Oberflächen sind die Dampfreiniger nicht geeignet. Die Feuchtigkeit kann Fasern zerstören und benötigt Tage zum Trocknen. Holz kann durch den Dampf aufquellen. Versiegelte Parkettböden oder Laminat sollten ebenfalls nicht mit einem Dampfreiniger behandelt werden, da der Dampf in den kleinsten Spalt zieht. Auch die angeblich desinfizierende Funktion gegen Schimmel, Milben und Bakterien konnte bei keinem der Geräte nachgewiesen werden. Zum einen ist dafür die Hitzeentwicklung nicht ausreichend, zum anderen müssten Sie die Düse minutenlang über der gleichen Stelle halten, was zur volkommenen Durchnässung einer Matratze führt.
Das Resumee fällt ernüchternd aus. Der Nutzen der meistens Dampfreiniger ist mehr als zweifelhaft. Hinsichtlich des Preis-Leistungs-Verhältnisses kann lediglich ein preiswertes Handgerät wie der Royal M 340 als empfehlenswert beurteilt werden. Die Arbeit mit ihm ist sicher und sie ersparen sich lästiges Schrubben an stark verschmutzten Stellen. Böden lassen sich mit Lappen und Eimer am effektivsten reinigen.
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